Frauen verschenken ihren stärksten Trip

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©Maria Gouveli · www.mariagouveli.com

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Viele Frauen wissen nicht, dass sie ihren monatlichen Zyklus nicht einfach erdulden müssen, sondern ganz bewusst die vom Körper dirigierten psychischen Zustände nutzen und sogar genießen könnten. Wenn sie lernen, welche Qualität zum jeweiligen Zeitpunkt vorherrscht, und wie dies im Einklang mit unserem Körper unsere Gedanken und Gefühle bestimmt, gehören Schmerzen, Gefühlsschwankungen oder „schlechte Tage“ der Vergangenheit an. Der Trend scheint jedoch in eine andere Richtung zu gehen.

Das Erleben des Zyklus – Ideal und Realität

Der Weg zu weiblicher Kraft führt über das Wissen um die Zusammenhänge zwischen körperlichem und geistigem Erleben im weiblichen Körper. Dafür braucht es Wahrnehmung, Bewusstsein und Mut. Jede Frau ist eigen in ihrer Art, aber allen gemeinsam ist das definierende Merkmal: die grundsätzliche Fähigkeit, neues Leben zu schenken. Das ist ihrer Natur gemäß das größte Kapital der Frau. Jede körperliche Erfahrung und ein Großteil unseres psychischen Erlebens hängt mit diesem Phänomen eng zusammen. Alle körperlichen Prozesse sind mit unseren Gedanken und Gefühlen untrennbar verwoben.

Aus vielen Gesprächen hörte ich heraus, dass Frauen ihren Zyklus eher als etwas Negatives erleben. Von früher Jugend an sind die Erfahrungen geprägt von einem Gemisch aus Unsicherheit, Angst vor Schwangerschaft, Stress, unbeherrschbaren Gemütsschwankungen oder Schmerzen. Insbesondere an den Tagen vor und während der Blutung ist frau schon froh, wenn sie halbwegs funktioniert, als wenn „nichts“ wäre. Dieser Normalität wird leidend oder medizinisch begegnet. Die Pille zur Empfängnisverhütung, eine erst wenige Jahrzehnte junge Errungenschaft, wird auch zur „Stabilisierung“ des Zyklus und zur Vermeidung von ungewünschten Erscheinungen eingenommen.

Heute bin ich ernüchtert, was den Fortschritt der weiblichen Selbstbestimmtheit angeht. Selbst für meine Generation war ich zu Schulzeiten eine Besonderheit mit dem Bewusstsein, dass Frauen sich für ihre Regel und ihren Zyklus nicht zu schämen brauchen. Nach einer recht kurzen Zeit der Pilleneinnahme stellte ich fest, wie diese nicht nur meine Empfängnisfähigkeit, sondern auch mein Wesen verändert. Die meisten jungen Frauen in meinem Umfeld waren zufrieden damit, dass sie mit Hilfe der Pille nicht schwanger wurden. Dann kam AIDS und wir lernten dazu. Die „Nebenkosten“ der Pille kamen trotzdem aus dem Kleingedruckten nie heraus. Heute begegnen mir nur noch selten Frauen, die überhaupt keine Hormone einnehmen. Dass eine Frau sich hormonell vollständig selbst reguliert, wird immer seltener. Eine zweifelhafte Normalität ist auf dem Vormarsch und keiner nennt offen den Preis, den Frauen dafür zahlen.

Anstatt auf eine emanzipierte Generation von Frauen zu treffen, die immer besser über die Eigenheiten und die Vorteile des Frauseins Bescheid weiß, und diese selbstbewusst nutzt, trifft man junge und erwachsene Frauen an, die immer weniger wissen; sie versuchen sich ihren Zyklus nicht anmerken zu lassen, und reduzieren ihn auf die lästige Blutung. Eine Freundin erzählte mir, dass in ihrer Firma junge Frauen erstaunt sind, wenn eine Frau ihre Menstruation überhaupt noch hat. Frauen „dürfen“, zum Kinder gebären (und großziehen) dazu, heute auch noch ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, aber einer kraftvollen Weiblichkeit haben wir uns nicht wirklich angenähert. Folgerichtig wäre gewesen, wenn das Wissen über die körperlichen Vorgänge sich auf präzises Wissen um geistige Zustände ausgedehnt hätte. Das Gegenteil ist der Fall: Je jünger die Frauen, desto stärker „in Mode“ ist es, alle Wahrnehmungen rund um den Zyklus, möglichst vollständig zu verdrängen, oder noch besser ganz abzustellen.

Ich begann Frauen im fruchtbaren Alter zu lehren, welche Energien sich im geistigen Erleben zyklisch wiederholen; warum wir zu bestimmten Zeiten, zuverlässig wiederkehrend, so denken und fühlen wie wir es tun – und vor allem, wie Frauen diese Kräfte für sich gezielt nutzen können. Die Natur hat keine Fehler gemacht. Das ist wer wir sind – unsere Essenz. Die Frauen machten große Augen.

Hormone sind starke körpereigene Drogen

Eine Frau wird während eines Mondmonats mit allen körpereigenen Drogen versorgt, die sie für die Verwirklichung ihrer Ziele und für die Bewältigung ihrer Herausforderungen braucht. Körpereigene Hormone sind starken Drogen gleich, vor allem jene, die der Fortpflanzung dienen. Wer war schon einmal verliebt? Wenn man genauer hinsieht, wie Hormone unser Erleben steuern, wie fein und sensibel das Hormonsystem uns psychisch einstellt, wenn wir gesund sind, dann versteht man auch, dass ständige Hormongaben viel mehr verändern, als nur das körperliche Geschehen. Der weibliche Zyklus kann ein wunderbarer Trip sein – vorausgesetzt frau hat Zugang zu dem selbstgemachten, guten Zeug und beherrscht die Lage. Ersteres muss man sich trauen und Zweiteres kann man lernen. Bei einer Phase, die rund vierzig Jahre dauern kann, lohnt sich der genaue Blick, je früher, desto besser.

Bei gesunden Menschen gilt: Körpereigene Drogen sind von außen zugeführten vorzuziehen. Vor Drogen wird zu Recht gewarnt, weil alle Drogen bei dauerhafter Einnahme die Fähigkeit zur Selbstregulierung der eigenen Gemütszustände zerstören. Durch gewohnheitsmäßigen Alkohol-, Medikamente- und Drogenkonsum, verlernt unser System aus sich selbst heraus Glück und Sinn zu erleben. Die Folge ist Abhängigkeit. Bei einem Entzug der Droge, leidet man körperlich für eine kurze Zeit stark, die psychische Hilflosigkeit hingegen dauert sehr viel länger an. Unser empfindliches Hormonsystem ist schnell gestört. Wenn Drogen nicht so eine wirkungsvolle Angelegenheit wären, würden die Menschen sie nicht nehmen. Sie machen uns kurzfristig froh, und langfristig unselbstständig; meistens geht auch viel kaputt.

Ich bin eine Verfechterin der maximalen Ausnutzung unserer körpereigenen Drogen. In einem gesunden Körper sind sie perfekt zusammengesetzt, perfekt dosiert, 100% sauber in der Zusammensetzung und altbewährt. Man muss anfangs etwas investieren, um das System kennenzulernen, aber auf Dauer betrachtet ist es billiger, nachhaltiger, gesünder und macht Spaß!

Wie bei zugeführten Drogen kann auch die körpereigene Herstellung zu schlechten Trips führen, nämlich dann, wenn man nicht weiß, wie man die auftauchenden Energien beeinflussen und verwenden kann und infolgedessen nichts rund läuft. Ein Beispiel: Wenn sich in mir Kraft und Lust breit macht, einen Marathon zu laufen, und ich mir aber vornehme genau zu der Zeit stundenlang still zu sitzen, leide ich. Mädchen wird in der Schule beigebracht, welche Hormone die körperliche Fruchtbarkeit steuern; wie sich das Geschehen in ihrem psychischen Erleben zeigt, erklärt ihnen niemand.

Wie wäre es mit einem Führerschein für die Handhabung des körpereigenen Hormoncocktails? Wie können wir Verantwortung übernehmen für unser Erleben? Es geht darum, alle Funktionen und Möglichkeiten, die man von der Natur mitbekommen hat, zu kennen. Dass Frauen so gemacht sind, und die Welt durch ihr Frau sein betrachten und gestalten können, ist sinnvoll. Der Welt fehlt etwas, wenn das nicht gelebt wird.

Es ist als hätte man ein Flugzeug geschenkt bekommen, dass theoretisch frei in alle Richtungen fliegen kann, aber weil man erstens Angst vor dem Ungewissen hat, zweitens das Handbuch nicht gelesen hat, und drittens alle sagen, „das kannst du sowieso nicht“, setzt man sich niemals ins Cockpit und fliegt los. Stattdessen kauft man sich eine Zugfahrkarte. Im Zug sitzt man dann bequem, als einfacher Passagier, und fährt sicher auf Schienen – wohin auch immer diese führen. Das ist nicht dasselbe wie selbst fliegen.

Zu den psychischen Kräften im weiblichen Zyklus lehre ich, wie Sie die unterschiedlichen Phasen für das einsetzen können, was Sie im Leben vorhaben – und dabei jeden Tag genießen! Die meisten Frauen bemerken ihr besseres Aussehen zur Zeit des Eisprungs, und die schlechte Laune vor der Periode ist berüchtigt. Viele klagen über Beschwerden und Schmerzen vor und während der Regel. Doch da ist viel mehr. Die Gruppe der Frauen, die ihr Zyklusgeschehen bewusst erlebt und weiß wie sie es nutzt, ist verschwindend klein. Es sind Autodidaktinnen oder Töchter kluger Mütter. Ahnungslose Vorbilder sowie das Diktat vermeintlicher „Normalität“ hemmen die freie Entfaltung urweiblicher Erfahrungswelten ebenso wie Medizin, wo keine Krankheit ist.

Frauen und Mädchen, die sich dafür interessieren, gebe ich in Einzelsitzungen einen detaillierten Überblick über das Potential, das im Zyklusgeschehen liegt und beantworte persönlichen Fragen. Beschwerden können sich auflösen oder entstehen nicht mehr, wenn man die innewohnende Energie versteht und Wege findet, sie frei auszuleben. Für persönliche Fragen sind Einzelsitzungen besser geeignet. In einer Einzelsitzung steht Ihr Lebensweg im Mittelpunkt und Ihre Themen können mit mehr Zeit ausführlicher besprochen werden. Der spannende Prozess beginnt, wenn die Sicht sich dreht, und eine Frau wirklich erlebt, dass sie jeden Tag des Zyklus nutzen kann.

Ich freue mich über die wenigen Frauen, die ihr Flugzeug selbst fliegen wollen. Bringen Sie die unterschiedlichen Zeitqualitäten mit Ihren Bedürfnissen und Zielen, mit ihren Beziehungen, und mit ihrem Alltag in Einklang – freuen Sie sich auf den Moment, wenn alles Klick macht! Und dann wünsche ich nur noch Guten Flug!

 

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